Jede Ganglienzelle verarbeitet Informationen aus einem rezeptiven Feld (einem räumlich begrenzten Bereich der Netzhaut).

Es gibt zwei Haupttypen von Ganglienzellen, On- und Off-Center-Zellen, welche vor allem bei der Kantendetektion eine wichtige Rolle spielen. On-Center-Zellen sprechen an, wenn Licht in das Zentrum des rezeptiven Feldes fällt, und senken ihre Feuerrate, wenn periphere Bereiche des Feldes stärker belichtet werden. Off-Center-Zellen verhalten sich genau andersherum und feuern verstärkt, wenn Lichtreize in Randbereichen des rezeptiven Feldes aufgenommen werden.

Die Informationen von den Ganglienzellen werden über die Sehbahn zum linken und rechten seitlichen Kniehöcker geleitet. Der Output der On- und Off-Center-Zellen wird in den seitlichen Kniehöckern so verschaltet, dass Kanten (also Bereiche, in denen ein Helligkeitswechsel stattfindet) oder Balken (Helligkeitswechsel und Rückkehr zur Ausgangsintensität) extrahiert werden. Die aufbereiteten Informationen werden von den seitlichen Kniehöckern auf den visuellen Cortex projiziert. Diese Aufbereitung der Signale umfasst auch eine Steigerung des Kontrastempfindens über Rückkopplungsvorgänge, welche dafür sorgen, dass gleichzeitig zur Kontrastverstärkung die hohe Lichtempfindlichkeit gewahrt bleibt.[13]