Schmuddelwetter ist insbesondere in Norddeutschland die Bezeichnung für eine Wetterlage mit schwachem Wind bei hohem Luftdruck, tief hängender Wolkendecke und Niesel- oder Sprühregen. Der Begriff geht zurück auf das niederdeutsche Wort smuddeln, das die Bedeutung von „unreinlich zu Werke gehen“ hat.[1] Auf das Wetter bezogen wird damit die durch anhaltende Durchnässung entstehende Verschmutzung durch Matsch und Schlamm verdeutlicht.[2]

Schmuddelwetter tritt meistens im Herbst auf, ist aber zu jeder Jahreszeit und bei unterschiedlichen Temperaturen möglich, wird jedoch meistens als nasskalt empfunden. Dass eine derartige Wetterlage meistzeitig in Hamburg besteht, ist als Hamburger Schmuddelwetter zwar sprichwörtlich – „das Wetter sei in der einen Hälfte des Jahres schlecht, während es in der anderen Zeit regnet“ –, aber nicht nachgewiesen.[3] Das Hamburger Klima ist bestimmt vom maritimen Einfluss, der insbesondere durch relativ häufige leichte bis steife Brisen bemerkbar ist. Im Zusammenspiel dieses Winds mit der schnellen Erwärmung von bebauten und versiegelten Flächen und dem schnellen Abfluss von Regenwasser, bilden sich über dem Stadtgebiet allerdings schneller Wärmeinseln als in seiner Umgebung.[4] Dies führt zu einer durchschnittlich hohen Niederschlagsmenge von 770,3 Litern pro Quadratmeter jährlich und zu etwa 200 Regentagen. Damit liegt Hamburg zwar im oberen Bereich der Statistik über die regenreichsten Städte Deutschlands, aber nicht an der Spitze.[5]